Zum Hauptinhalt springen
William und Michael sitzen nebeneinander im Lepradorf Agok, den beiden hageren Männern sieht man die Härten des Lebens an
William und Michael sitzen nebeneinander im Lepradorf Agok, den beiden hageren Männern sieht man die Härten des Lebens an

Südsudan: Eine Heimat und Versorgung für Leprakranke

Lepra ist eine Krankheit, die wir in unserer Welt kaum noch kennen. Allerdings gibt es sie noch - für Betroffene bedeutet sie ein Leben voller Schmerz und Ausgrenzung.

Peter und Malau im Lepradorf AgokMalau (r.) mit seinem Bruder Peter im Lepradorf Agok

Das musste auch der 13-jährige Malau (Nachname ist missio bekannt) aus dem Südsudan erfahren: Anfang des Jahres entzündeten sich seine Augen, seine Gelenke schwollen und schmerzten. In seinem Dorf wurde er daraufhin wie ein Aussätziger behandelt, die örtliche Gesundheitseinrichtung empfahl ihm, einen traditionellen Heiler aufzusuchen.

Neue Freunde im Lepradorf Agok

Zum Glück hielt sein Bruder Peter zu ihm. Er hatte vom Lepradorf Agok gehört und reiste mit Malau dorthin. Im nahe gelegenen Klinikum in der Stadt Wau wurde sein Verdacht auf Lepra bestätigt, sofort begann die Behandlung. Malau lebt seitdem im Lepradorf.

Die Dorfbewohner kennen und teilen die Erfahrung von Malau: Viele von ihnen haben einen jahrelangen Leidensweg hinter sich. Sie wurden ausgegrenzt und von der Familie verlassen, bevor ihr Weg sie nach Agok führte, wo sie ein bescheidenes Leben in der Gemeinschaft führen.

Entsprechend herzlich wurde Malau empfangen. Seine größte Freude: Er hat neue Freunde gefunden. Die Kinder von Versehrten wissen, dass Lepra nicht so infektiös ist wie oft angenommen. Sie spielen mit ihm.

 

Wechselvolle Geschichte des Lepradorfes

Das Lepradorf Agok war in den 70er-Jahren von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe gegründet worden. In den Jahren des Bürgerkriegs konnte die Organisation allerdings ihre Hilfe nicht aufrechterhalten. Auch Helfer, die in den unruhigen Zeiten im Anschluss kamen, blieben nicht. Die Kolonie verödete.

Auf sich gestellt, drohten die teils schwer behinderten Bewohner zeitweise sogar zu verhungern. Nachdem Banden das Dorf überfallen hatten, schliefen sie auf dem nackten Boden ihrer Hütten.

Heute kümmern Mitarbeitende der Diözese Wau um die noch immer stigmatisierten Dorfbewohner. Dank missio-Spenderinnen und Spendern konnten Betten gekauft und Dächer renoviert. 

Spenden für Lebensmittel dringend nötig

Die Menschen im Dorf sind aufgrund von Erkrankung und Armut auf die Versorgung mit Lebensmittel angewiesen. Die Diözese Wau im bitterarmen Südsudan tut, was in ihrer Macht steht. Allerdings ist sie selbst unterfinanziert und benötigt für ihre Arbeit dringend Unterstützung.

Deshalb bitten wir Sie: Tragen Sie dazu bei, dass die ausgestoßenen Dorfbewohner regelmäßig mit Essen versorgt werden, dass ihre Hütten ein paar Einrichtungsgegenstände erhalten und sie ein menschenwürdiges Leben führen können.

Danke schön, vergelt's Gott!

… finanzieren Hygiene- und Verbandsmaterial.

… ermöglichen den Kauf von Möbeln wie Stuhl oder Tisch.

… sichern einen Monat lang das Essen für zwei Personen.

Fotos: Jörg Böthling/missio München